Luciano Marziali – a refined voice of the Italian guitar tradition

Luciano Marziali – eine feinsinnige Stimme der italienischen Gitarrenkunst

Luciano Marziali – Italienischer Gitarrist

Luciano Marziali, geboren 1976 in Bergamo, zählt zu den anerkanntesten klassischen Gitarristen Italiens. Seine Karriere verbindet technische Brillanz, stilistische Sensibilität und einen ausgeprägten Sinn für musikalischen Ausdruck. Seit Jahrzehnten tritt er als Solist, Kammermusiker und Orchesterpartner in Europa und Südamerika auf und wird für seine künstlerische Tiefe und sein Engagement geschätzt.

Frühe Jahre und Ausbildung

Marziali begann im Alter von acht Jahren mit dem Gitarrenspiel und wurde mit elf Jahren am Konservatorium Gaetano Donizetti in Bergamo aufgenommen. Unter der Leitung von Giorgio Oltremari schloss er sein Studium 1997 mit Auszeichnung ab.

Er gewann zahlreiche nationale und internationale Preise, darunter Auszeichnungen in Bergamo, Genua, Ancona, Clusone, Koblenz, Cosenza und Parma. 2001 erhielt er den ersten Preis und den Publikumspreis beim Niccolò Paganini International Guitar Festival in Parma.

Zwischen 1997 und 1999 setzte er seine Ausbildung an der Akademie für Musik in Darmstadt bei Tilman Hoppstock fort und schloss später sein Studium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Hubert Käppel und Roberto Aussel mit Auszeichnung ab. 2006 erwarb er sowohl sein Konzertexamen als auch sein pädagogisches Diplom, jeweils mit Bestnote.

Künstlerische Laufbahn und Zusammenarbeit

Marziali tritt regelmäßig in Europa und Südamerika auf, sowohl als Solist als auch im Ensemble. Er arbeitete mit Orchestern wie dem WDR Sinfonieorchester, dem WDR Rundfunkorchester, der Sinfonietta Köln und der Jungen Philharmonie Köln zusammen und spielte unter namhaften Dirigenten wie Michail Jurowski, Semyon Bychkov, Tan Dun, Volker Hartung und Cornelius Frowein.

Als Kammermusiker ist er insbesondere für sein Duo mit dem deutschen Gitarristen Tobias Kassung und seine Arbeit im Fénix – International Guitar Quartet bekannt, dem Hubert Käppel, Sotiris Malasiotis und Piraí Vaca angehören.

2009 wurde er von der Associazione Chitarra Bergamo mit dem Segovia Day Award für seine kulturelle und musikalische Arbeit ausgezeichnet.

Aufnahmen und Diskografie

Luciano Marziali hat mehrere Alben veröffentlicht, die seine stilistische Bandbreite zeigen. Sein erstes Soloalbum The Guitar in 20th and 21st Century (2006) enthält Werke von Mario Castelnuovo-Tedesco sowie Kompositionen von Giovanni Podera, Livio Gianola und Pejman Kayvani, die teilweise für ihn geschrieben wurden.

Es folgten Live in Cologne (2007) und Spanish and Latin American Music for Guitar (2010), die seinen ausgereiften Klang und seine stilistische Vielseitigkeit mit Musik von Bach, Albéniz, Villa-Lobos, Sor und Ponce dokumentieren. Seine jüngste Aufnahme Mia amata Italia (2018) widmet sich italienischem und europäischem Repertoire von Roncalli bis Mertz.

Unterricht und kulturelles Engagement

Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet Marziali in Köln, wo er auch Kammermusikensembles betreut. Er wird regelmäßig zu Meisterkursen bei europäischen Festivals eingeladen und ist bekannt für seinen reflektierten und ausdrucksstarken Interpretationsansatz.

2014 gründete er gemeinsam mit Jhon Jiménez die Plattform Guitar TV World, die sich der internationalen Förderung der klassischen Gitarre widmet.

Mit Präzision und poetischer Ausdruckskraft prägt Luciano Marziali die europäische Gitarrenkultur und inspiriert mit seinen Auftritten, Aufnahmen und seiner Lehrtätigkeit ein breites Publikum.

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