John Ray

John Ray, geboren in Kanada, ließ sich 1989 in Granada, Spanien, nieder – dem Herzen des spanischen Gitarrenbaus. Dort begann er, die Kunst des Gitarrenbaus von legendären Meistern wie Antonio Marín Montero und Rolf Eichinger zu erlernen. Nach frühen Erfahrungen in Málaga und Granada gründete er schließlich seine eigene Werkstatt. Rays Gitarren verbinden die traditionelle Granadiner Bauweise mit persönlicher Präzision, klanglicher Tiefe und handwerklicher Hingabe. Heute gilt er als einer der anerkannten Vertreter der modernen „Granada School“.

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Über den Gitarrenbauer

John Ray ist ein in Granada lebender Gitarrenbauer kanadischer Herkunft, der seit über drei Jahrzehnten Teil der berühmten spanischen Gitarrenbautradition ist. Seine Geschichte beginnt am 25. November 1989, als er mit einem Bus aus Madrid in Granada ankommt – mit dem festen Ziel, das Handwerk des Gitarrenbaus im Herzen der spanischen Gitarrenkunst zu erlernen. Ursprünglich aus Edmonton, Alberta, stammend, hatte er bis dahin einige Jahre Gitarrenerfahrung gesammelt, kleinere Reparaturen durchgeführt und seine Leidenschaft durch Besuche bei Gitarrenbauern wie Neil Hebert in Montréal vertieft.

Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, unterrichtete John Englisch als Fremdsprache, während er unermüdlich versuchte, in die Werkstätten der bekannten Gitarrenbauer Granadas einzutreten. Obwohl es in Granada Tradition war, dass nur Familienmitglieder als Lehrlinge aufgenommen wurden, begegnete er mehreren Meistern, die ihm mit Rat und Tat zur Seite standen. Antonio Marín Montero zeigte sich besonders großzügig, als er ihm Werkzeuge und wertvolle Tipps zur Verfügung stellte – ein Beispiel für die legendäre Hilfsbereitschaft, für die Marín bekannt ist. Ebenso erhielt er Unterstützung von Jonathan Hinves, Germán Pérez Barranco und Rafael Moreno, die ihn ermutigten und in seinen ersten Jahren begleiteten.

Lehrjahre in Málaga

1990 erhielt John Ray die Gelegenheit, in Málaga an einem zweiwöchigen Workshop für Reparatur, Restauration und Instrumentenbau unter der Leitung von José Ángel Chacón teilzunehmen. Diese Erfahrung erwies sich als prägend. Er wurde eingeladen, regelmäßig an den Wochenenden in Chacóns Werkstatt zu arbeiten, wo er die Grundlagen des spanischen Gitarrenbaus, der Akustik und der Holzauswahl vertiefte. Diese Phase prägte seine handwerkliche und musikalische Entwicklung entscheidend.

Rückkehr nach Granada und Entwicklung zum Meister

Nach einiger Zeit kehrte John Ray nach Granada zurück, richtete eine eigene Werkstatt ein und widmete sich vollständig dem Bau von Gitarren. Während er zunächst noch als Englischlehrer arbeitete, um finanziell unabhängig zu bleiben, wuchs sein Ruf als Gitarrenbauer stetig. In den 1990er Jahren verfeinerte er seine Arbeit, inspiriert von der Granada-Schule des Gitarrenbaus, deren Einfluss in seiner Handwerkskunst bis heute sichtbar ist. 1999 markierte ein entscheidendes Jahr in seiner Karriere, als er den deutschen Gitarrenbauer Rolf Eichinger traf. Unter dessen Anleitung lernte John fortgeschrittene Techniken, die er von Meistern wie Manuel Bellido und Antonio Marín Montero übernommen hatte.

Rolf Eichinger wurde zu einem Mentor und Freund, der John Ray nicht nur die handwerklichen Grundlagen, sondern auch den professionellen Umgang mit Material, Werkzeugen und dem Verkauf seiner Instrumente vermittelte. Durch seine Anleitung begann John, mit höchster Disziplin zu arbeiten – zehn Stunden täglich, sechs bis sieben Tage pro Woche. Diese intensive Lernphase verwandelte ihn in einen der respektiertesten internationalen Vertreter des traditionellen spanischen Gitarrenbaus.

Vermächtnis

Heute ist John Ray für seine Granada-inspirierten Konzertgitarren bekannt, die durch klangliche Tiefe, hervorragende Ansprache und meisterhafte Verarbeitung überzeugen. Seine Instrumente spiegeln sowohl die Tradition der spanischen Schule als auch seine eigene kanadische Präzision wider – ein Beweis für seine jahrzehntelange Hingabe an das Handwerk. Der Einfluss von Granada, seinen Lehrern und insbesondere Rolf Eichinger ist in jedem Detail seiner Arbeit spürbar.